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Winzig, schnell und kraftvoll – Fakten zu Schnupfen und Husten

Husten und Niesen sind effektive Reinigungsmechanismen des Körpers. Er katapultiert auf diese Weise heraus, was ihm schädlich erscheint – und geht dabei nicht zimperlich vor. Das zeigt sich in den beeindruckenden Geschwindigkeitsrekorden, die beim Husten und Niesen erzielt werden. Doch die starken Kräfte, die hier wirken, können uns auch gefährlich werden. Da wir einem Husten- oder Niesreiz auf Dauer nicht widerstehen, gilt es, ein paar einfache Regeln zu beachten.

Erkältung - Medikamente

Beim Niesen entsteht hoher Druck im Körper
Durch den Niesreflex kann der Blutdruck kurzzeitig deutlich ansteigen. Für Menschen, die ohnehin schon unter bestimmten Herz-Kreislauf-Erkrankungen leiden, könnte das ein weiteres Risiko bedeuten.
 

Richtig Niesen: Auf keinen Fall die Nase zuhalten
Richtig kritisch wird es, wenn der Druck nicht durch die Nase entweichen kann: Blutgefäße in der Nase könnten platzen oder aber der Druck ins Mittelohr wandern und dort das Trommelfell zerreißen. Daher sollten Sie beim Niesen niemals Ihre Nase zuhalten. Am besten öffnen Sie sogar den Mund leicht. Um die Krankheitserreger nicht zu verteilen, empfiehlt es sich, in die Ellenbogenbeuge oder idealerweise in ein Taschentuch zu niesen.
 

Starkes Husten kann Folgen haben
Als wäre der Hustenreiz nicht unangenehm genug, kann es durch kräftiges Abhusten auch noch zu Kopfschmerzen kommen. Bei älteren Menschen mit Osteoporose sind sogar Rippenbrüche durch den Hustendruck dokumentiert.
Dabei schafft das gewaltsame Abhusten nicht unbedingt Linderung – im Gegenteil: Die Bronchialschleimhäute reiben aneinander und provozieren noch größeren Reiz.
 

Zärtliches Husten ist nie verkehrt
Richtig husten heißt daher zärtlich husten, wenn Sie die oben genannten Folgen vermeiden wollen. Das gilt für beide Arten von Husten: den produktiven, bei dem sich der Schleim löst, und den unproduktiven, trockenen Reizhusten.
So einfach geht’s: Bilden Sie mit einer Hand eine Faust und husten Sie ganz sanft hinein. Mehr müssen Sie gar nicht beachten, den Rest übernimmt nun ihr Körper: Durch das zärtliche und zielgerichtete Husten werden die Wangen aufgeblasen und in den Atemwegen entsteht eine kleine Luftbarriere, die Verletzungen der Bronchialschleimhaut verhindert.

Geschwindigkeiten beim Niesen

Sie niesen schneller als ein Rennauto

Die Geschwindigkeit, mit denen unser Körper Erkältungsviren vor die Tür setzt, erfüllt Ingenieure von Zügen und Rennautos mit Neid. Doch wir sollten nicht vergessen, dass die Krankheitserreger dadurch kraftvoll und weit durch den Raum geschleudert werden können – und daher ein abfangbereites Taschentuch direkt vor Mund und Nase halten.

Winzige Erkältungsviren

Erkältungsviren sind winzig

Das Rhinovirus, das für die meisten Erkältungen verantwortlich ist, misst beispielsweise nur 20 Nanometer. Auf einer Ein-Euro-Münze wäre Platz für genügend Erkältungsviren, um die gesamte Weltbevölkerung anzustecken.4

Über 200 Erkältungserreger

Es gibt mehr als 200 Erreger, die eine Erkältungskrankheit auslösen können5

Da ist es kein Wunder, dass kleine Kinder, die ihr Immunsystem noch aufbauen müssen, sechs bis zwölf grippale Infekte im Jahr durchmachen. Doch auch uns Erwachsene erwischt es zwei- bis viermal im Jahr. Schwacher Trost: Auch wir trainieren dadurch unsere Abwehrkräfte.

Neuinfektionen bei Erkältungen

50 Mio. Menschen infizieren sich jeden Tag weltweit mit Erkältungsviren6

Von der Infektion bis zu den ersten Symptomen der Erkältung vergehen etwa zwei Tage, in denen man schon ansteckend ist. Als besonders infektiös gelten aber die ersten zwei Tage nach Auftreten der Beschwerden. Wenn Sie in dieser Zeit auf Abstand gehen oder sogar das Bett hüten, können Sie vielleicht noch verhindern, dass Ihre Familie und Ihre Kollegen zu den nächsten 50 Millionen gehören.

Mit grippalem Infekt arbeiten

Fast jeder zweite Berufstätige geht auch mit einem grippalen Infekt arbeiten

Trotzdem geht fast jeder zweite Berufstätige auch mit einem grippalen Infekt arbeiten. Doch ein kranker Mensch macht Fehler. Dadurch verursacht er doppelt so hohe Kosten, als wenn er im Bett bliebe: 2.399 Euro pro Kopf.7

5 bis 7 Tage Erkältungsdauer

Wie lange eine Erkältung dauert

Eine Erkältung kommt drei Tage, bleibt drei Tage und geht drei Tage – so heißt es im Volksmund. Tatsächlich kann der individuelle Verlauf sehr unterschiedlich sein, im Regelfall beträgt die Erkältungsdauer fünf bis sieben Tage.8

*   Beim Niesen fliegen bis zu 40.000 Tröpfchen Speichel und Schleim je nach Größe zwischen zwei und 40 Meter weit.
** Beim Husten werden bis zu 3.000 Tröpfchen Speichel und Schleim durch die Luft geschleudert.

  1. Robert R. Provine, Ein seltsames Wesen: Warum wir gähnen, rülpsen, niesen und andere komische Dinge tun, Reinbek 2014, engl. Curious Behavior: Yawning, Laughing, Hiccupping, and Beyond, Harvard University Press 2014; Husten und Niesen: Stürme im kranken Körper, 1.10.2012, in: www.sueddeutsche.de/Gesundheit, zuletzt aufgerufen in 11/2017.   
  2. https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Geschwindigkeitsweltrekorde_f%C3..., zuletzt aufgerufen in 11/2017.   
  3. Die Top-Speed-Rekorde der Formel 1, https://www.motorsport-magazin.com/formel1/news-231243-die-top-speed-rek..., zuletzt aufgerufen in 11/2017.   
  4. DZIF (German Center for Infection Research): Rhinoviren sind klein und gemein, 28.08.2014, www.infection-research.de, zuletzt aufgerufen in 11/2017.       
  5. https://de.wikipedia.orga/wiki/Erkältung, zuletzt aufgerufen in 11/2017.   
  6. Die Rolle der betrieblichen Gesundheitsvorsorge für die Zukunftsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts Deutschland, Studie im Auftrag der Felix-Burda-Stiftung, 2011.   
  7. 21 Fakten zu einer Erkältung, 26.01.2015, www.bild.de, zuletzt aufgerufen in 11/2017.   
  8. https://www.apotheken-umschau.de/Erkaeltung, zuletzt aufgerufen in 11/2017